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Forscher arbeiten an einer formstabilen Kontaktlinse, die genausoviel Tragekomfort bieten soll wie eine weiche Linse. Foto © ZVA/Skamper

Formstabile Linse, dennoch bequem

Nur sechs bis acht Prozent der Kontaktlinsenträger nutzen formstabile Linsen, weil diese sich zumindest anfangs oft nicht so komfortabel anfühlen wie die weiche Variante. Dabei ist eine formstabile Kontaktlinse für das Auge eigentlich die bessere Wahl. Forscher arbeiten nun an der Entwicklung einer „bequemen“ Linse.

Grundsätzlich gibt es so gut wie keine Fehlsichtigkeit, die nicht mit formstabilen oder weichen Kontaktlinsen korrigiert werden kann. Bei starken Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) bieten sich diese Linsen sogar besonders an, weil ihr Durchmesser kleiner ist, sie weniger von der Hornhaut abdecken und sie aufgrund ihres langen Trageintervalls von mindestens einem Jahr individuell angefertigt werden und so perfekt sitzen. Formstabile Kontaktlinsen empfehlen sich auch aufgrund ihrer hohen Sauerstoffdurchlässigkeit. Und: Sie schwimmen sozusagen auf der Tränenflüssigkeit und saugen diese nicht auf wie weiche Kontaktlinsen. Deshalb bieten sich bei trockenen Augen formstabile Linsen an, auch wenn das paradox erscheinen mag. Durch das starre Material und das damit verbundene Fremdkörpergefühl benötigen diese nämlich eine Zeit der Eingewöhnung, dann jedoch sind sie für das Auge eigentlich die bessere Wahl. Aufgrund der spontanen Verträglichkeit oder auch kurzen Austauschintervallen entscheiden sich jedoch viele Fehlsichtige für die weiche Variante.

Die Revolution der formstabilen Kontaktlinse

Das Institut für Werkstoff- und Oberflächentechnologie der FH Kiel, ein Kontaktlinsenhersteller und ein Unternehmen für Nanobiotechnologie aus Lübeck haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, eine hochwertige formstabile Kontaktlinse zu entwickeln, die man – ähnlich einer weichen Linse – auf dem Auge von Beginn an so gut wie gar nicht spüren soll. Durch eine spezielle Polymerschicht soll die neuartige Kontaktlinse besser mit Tränenflüssigkeit benetzt werden, anstatt dass diese einfach abperlt. Dadurch gleitet die Linse bequemer auf der Augenoberfläche. Ein nützlicher Zusatzeffekt der Beschichtung: Sie macht die Oberfläche bakterienabweisend und die Kontaktlinsenpflege somit einfacher und sicherer.

Die Testphase läuft

Die Testphase der neuen Kontaktlinse läuft insgesamt drei Jahre. Nach dem ersten Jahr können die Forscher nun bereits ein positives Zwischenfazit ziehen: Auch unter extremen Testbedingungen veränderte oder verformte sich das Linsenmaterial nicht. Verschiedene biologische und chemische Untersuchungen stehen allerdings noch aus. Vor allem muss nachgewiesen werden, dass keine Bestandteile der Beschichtung ins Auge gelangen können. Hinzu kommt, dass die Testphasen für formstabile Kontaktlinsen besonders langwierig sind, da solche Linsen auch lange getragen werden. Sollte die bequeme Kontaktlinse demnächst marktreif sein, könnte sie dazu beitragen, dass sich mehr Fehlsichtige für diese Sehkorrektur entscheiden.

Kontaktlinsen – unsichtbare Sehhelfer

Ihr Augenoptiker berät Sie gerne umfassend, welche Kontaktlinse sich am besten eignet. Dank moderner Materialien und unterschiedlichster Ausführungen für so gut wie alle Arten von Fehlsichtigkeiten bieten Kontaktlinsen Tragekomfort und optimale Sicht in beinahe allen Lebenslagen. Auch weiche Kontaktlinsen können übrigens für längere Trageintervalle maßgefertigt werden, falls sich mit den jeweiligen Werten der Hersteller „von der Stange“ keine optimale Passform erreichen lässt. Auch in diesem Fall hilft der Augenoptiker gerne weiter.
Mehr zu Kontaktlinsen erfahren Sie hier.

 

 

03.04.2019