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So wie die Sonnencreme die Haut schützt, schützt die Sonnenbrille die Augen vor schädlichen UV-Strahlen. Bildquelle: el.rudakova - Fotolia

10 Tipps für den Sonnenbrillenkauf

Die qualitativen Unterschiede bei der Vielzahl der angebotenen Sonnenbrillen sind sehr groß und manche Schutzfunktionen der Sonnenbrillen sind vom Verbraucher selbst gar nicht zu erkennen. Der individuell angepasste Sonnenschutz benötigt eine fachmännische Beratung: Der Augenoptiker kennt alle Anforderungen an gute Sonnenbrillen und weiß, welche Gläser für welchen Zweck sinnvoll sind. Um die Orientierung etwas zu erleichtern, haben wir einige Tipps zusammengestellt, die beim Kauf einer Sonnenbrille beachtet werden sollten.

1. UV-Filter 

UV-Strahlen können zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen. Sonnenbrillen, die nur das sichtbare Licht dämpfen (Tönung) aber keinen UV-Schutz bieten, schaden daher mehr als sie nützen: sie setzen den natürlichen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft, dessen Pupille sich bei Helligkeit „automatisch“ verkleinert und somit weniger Licht und weniger UV-Strahlung eindringen lässt. Die Filterung der UV-Strahlung findet im Brillenglas statt und ist deshalb nicht vom Tönungsgrad abhängig. Also: Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind. 

2. Tönungsstärke

Sonnenbrillen sind je nach Stärke der Tönung für unterschiedliche Tätigkeiten geeignet und werden in so genannte Blendschutzkategorien eingeordnet:
• Kategorie 0: 80 bis 100 Prozent Lichtdurchlässigkeit, fast gar kein Lichtfilter, geeignet für dunklere Umgebungen wie zum Beispiel in der Dämmerung oder im Kino 
• Kategorie 1: 43 bis 80 Prozent Lichtdurchlässigkeit, leichter Lichtfilter, geeignet für bewölktes Wetter oder einen Stadtbummel 
• Kategorie 2: 18 bis 43 Prozent Lichtdurchlässigkeit, dunklerer Lichtfilter, geeignet für den Sommer in Deutschland
• Kategorie 3: 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit, sehr dunkler Filter, geeignet für südliche Breitengrade zum Beispiel im Strandurlaub 
• Kategorie 4: 3 bis 8 Prozent Lichtdurchlässigkeit, extrem dunkler Filter, geeignet zum Skifahren, nicht mehr geeignet für den Straßenverkehr!

3. Größe der Gläser 

Gläser sollten so groß sein, dass sie die Augen vor seitlich, von oben oder durch Reflektion von unten einfallenden Sonnenstrahlen schützen.

4. Farbe der Gläser 

Braune und graue Gläser verfälschen Farbe am wenigsten. Bei allen anderen Glastönungen braucht das Auge eine gewisse Reaktionszeit, um die Farbe wieder neutralisieren zu können. Die Farbe hat keine Auswirkungen auf den UV-Schutz.

5. Qualität von Sonnenschutzgläsern

Hochwertige Gläser weisen keine Schlieren, Blasen oder Einschlüsse auf. Machen Sie den Test: halten Sie Ihre Brille in einer Entfernung von einigen Zentimetern vor eine Tischkante, drehen Sie dann beim Blick durch die Gläser die Brille langsam. Sollte es sich um Brillengläser mit einer schlechten Abbildungsqualität handeln, werden Sie feststellen, dass die Tischkante im Glas verzerrt wird bzw. sich bewegt. Solche minderwertigen Gläser können zu Kopfschmerzen und Schwindel führen. 

6.  CE-Kennzeichen 

Seit dem 1. Juli 1995 dürfen Sonnenbrillen in Europa nur noch vertrieben werden, wenn sie das CE-Kennzeichen tragen. Das CE-Kennzeichen erlaubt den Vertrieb von Sonnenbrillen in allen Staaten der europäischen Union. Angebracht wird es vom Hersteller oder Importeur. Das CE-Kennzeichen reicht allerdings nicht aus um eine hochwertige Brille erkennen zu können, da es keine Überwachungsinstanz für die Einhaltung der Richtlinien gibt.

7. Sonnenbrillen und Autofahren

Wer viel Auto fährt, muss darauf achten, dass Fassung und Bügel der Sonnenbrille möglichst schmal gearbeitet sind, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken, und dass eine Fehlsichtigkeit auch mit der Sonnenbrille korrigiert wird. Zudem ist die Blendschutzkategorie ist wichtig, denn Sonnenbrillen mit Blendschutzkategorie 4 (siehe: 2. Tönungsstärke) sind nicht dazu gedacht, in der Dämmerung oder bei Nacht getragen zu werden. Der Blendschutz ist zudem nicht mit dem nötigen UV-Schutz zu verwechseln. Weite Infos zu dem Thema gibt es hier.

8. Sonnenbrille je nach Tätigkeit

Beim Wintersport benötigen Sie eine andere Brille als am Strand, beim Segeln oder Surfen. Schnee und weißer Sand z.B. reflektieren mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung. Lassen Sie sich von Ihrem Innungsaugenoptiker beraten. 

9. polarisierende Wirkung 

Neben Gläsern mit Korrektionswirkung zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit gibt es auch Gläser mit polarisierender Wirkung. Diese verhindern - vereinfacht ausgedrückt - die sichtbare Spiegelung des Sonnenlichts auf glatten Oberflächen. Dies bedeutet zum Beispiel für Angler, dass sie den Fisch unter der Wasseroberfläche sehen können, und nicht den Himmel und die Bäume, die reflektiert werden. 

10. fachmännische Anpassung

Jede Kopfform ist anders! Damit keine schädlichen UV-Strahlen zum Beispiel seitlich an der Sonnenbrille vorbei ins Auge gelangen, muss die Fassung der Kopfform individuell angepasst werden. Der Augenoptiker berücksichtigt mit großer Sorgfalt unter anderem Kopfform, Schläfenbreite, Abstand der Augen und Position der Ohren.
Warum es für Kinder besonders wichtig ist, einen Sonnenbrille zu tragen und welche Anforderungen an eine Kindersonnenbrille zu stellen sind, erfahren Sie hier
 
29.07.2014