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Kontaktlinsenträger müssen in der Zeit des Pollenflugs nicht unbedingt auf die unsichtbaren Sehhelfer verzichten. Foto © ZVA/Skamper

Heuschnupfen und Kontaktlinsen?

Die gute Nachricht gleich vorweg: Kontaktlinsenträger müssen in der Zeit des Pollenflugs nicht unbedingt auf die unsichtbaren Sehhelfer verzichten. Wir haben ein paar Tipps, um den Augen die Heuschnupfenzeit zu erleichtern.

Das Frühjahr hat gerade erst begonnen, doch viele Allergiker leiden schon seit Wochen unter den typischen Heuschnupfen-Symptomen. In diesem Jahr scheinen juckende und tränende Augen, Niesattacken und Atemprobleme zusätzlich besonders stark ausgeprägt zu sein. Bei allergischen Reaktionen schwellen die Schleimhäute an, Tränenfilm und Hornhautoberfläche können sich in dieser Zeit geringfügig verändern, sodass eine ursprünglich gut angepasste Kontaktlinse nicht mehr optimal sitzt und das Tragen zusätzlich zu den lästigen Heuschnupfensymptomen unangenehm wird. Kontaktlinsenträger sollten ihren Augenoptiker oder Kontaktlinsenspezialisten aufsuchen, der individuell beraten kann.

Tipp 1: Tragedauer reduzieren und Tageslinsen wählen

Manchmal kann es in der Zeit des Pollenflugs schon helfen, die Linsen nicht den ganzen Tag zu tragen, sondern zum Beispiel nur zum Sport oder zum Ausgehen. Der Wechsel auf eine andere Linse oder eine Neuanpassung ist in der Regel zwar nicht nötig. Tageslinsen kommen Allergikern und Gelegenheits-Kontaktlinsenträgern jedoch zugute, denn an ihnen haften weder Pollen oder andere reizende Stoffe an, noch müssen sie gereinigt werden. Tageslinsen werden nach einmaligem Tragen entsorgt und am nächsten Tag durch ein frisches Paar ersetzt.

Tipp 2: Die richtige Pflege

Träger von Kontaktlinsen mit längeren Trageintervallen sollten nicht nur auf eine gründliche Reinigung achten, sondern eventuell zusammen mit dem Fachmann die Art der Pflege überdenken. Denn auch bestimmte Zusatzstoffe in Pflegemitteln oder Proteinablagerungen auf den Linsen können die Augen (zusätzlich) reizen.

Tipp 3: Sonnenbrille tragen

Eine vom Augenoptiker angepasste, gut anliegende Sonnenbrille mit größeren Gläsern hält die Pollenbelastung für die Augen im Freien in Grenzen. Die Brille sollte – genau wie die Alltagsbrille – abends gründlich gereinigt werden, damit keine Pollen an Fassung und Gläsern anhaften. Durch tränende Augen bilden sich außerdem Salzablagerungen. Mehr Infos zur Brillenreinigung gibt es hier.

Tipp 4: Trockenheit entgegenwirken

Einige Antihistaminika, die in Tabletten- oder Tropfenform eingenommen werden – zum Beispiel Cetirizin oder Loratadin – können zu trockenen Augen führen. Hier helfen sogenannte künstliche Tränen zur Befeuchtung. Der Augenoptiker kann passende Produkte empfehlen, die sich auch zur gleichzeitigen Verwendung mit Kontaktlinsen eignen. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Tropfen keine Konservierungsmittel beinhalten, denn diese können wiederum Augenreizungen begünstigen und sind eventuell nicht mit Kontaktlinsen verträglich. Auch antiallergische Augentropfen aus der Apotheke ohne Konservierungsmittel können in der Regel mit Kontaktlinsen verwendet werden, sofern man diese erst etwa 15 Minuten nach dem Tropfen aufsetzt.

Erkältung, Heuschnupfen – oder was ganz anderes?

Trotz frühlingshaften Wetters hält gleichzeitig auch noch die winterliche Erkältungswelle an. Deshalb sollte die Ursache von Beschwerden wie roten, juckenden, tränenden oder morgens verklebten Augen im Zweifel zunächst durch einen Arzt geklärt werden. Neben einer Allergie könnte nämlich auch eine erkältungsbedingte Augenreizung, eine Hornhaut- oder Bindehautentzündung oder eine andere Erkrankung vorliegen. Die vom Arzt verordnete Therapie kann in diesem Fall – sofern Kontaktlinsen getragen werden dürfen – durch weitere Maßnahmen in Absprache mit dem Kontaktlinsenfachmann ergänzt werden.

 

03.04.2019