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Bei Dämmerung und schlechter Sicht müssen die Augen im Straßenverkehr Schwerstarbeit leisten. Spezielle Autofahrergläser können helfen. Foto © Rainer Fuhrmann / Fotolia.com

Brillengläser für sichere Fahrt

Moderne PKW sind mit zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet und sorgen so für ein sicheres Gefühl und mehr Fahrkomfort. Das selbstfahrende Auto gibt es zwar bereits als Prototypen, doch bei allem technischen Fortschritt ist es immer noch der Mensch, der fährt und an dessen Wahrnehmung und Sehen beim Fahren höchste Anforderungen gestellt werden.

Frei nach dem Motto „Autofahren ist wie Schwimmen oder Fahrradfahren, man verlernt es nicht“ vergessen viele Autofahrer, wie wichtig gute Sicht ist. Dazu gehört nicht nur eine regelmäßige Überprüfung des Sehvermögens beim Augenoptiker, sondern gegebenenfalls auch die richtige Brille. Immerhin 33 Millionen Autofahrer sind Brillenträger. Speziell für diese Zielgruppe und Situationen mit schlechter Sicht haben verschiedene Brillenglashersteller nun neue Lösungen entwickelt. Nicht zu verwechseln sind diese Gläser allerdings mit gelb getönten (Sonnen)Brillen, die zum Teil als Autofahrerbrille ausgelobt werden. Letztere verbessern die Sicht nicht unbedingt, ein Einsatz im Dunkeln kann sogar gefährlich sein. Die neuen Lösungen für Autofahrer werden dagegen bei Einstärken- und Gleitsichtbrillen zum einen durch ein spezielles Brillenglasdesign erreicht, zum anderen durch eine Veredelung oder Beschichtung des Glases.

Blendfrei sehen

Eine gute Entspiegelung trägt zwar schon zum blendfreien Sehen bei – gerade bei Regen, wenn sich Scheinwerfer- oder Ampellichter auf nasser Fahrbahn spiegeln. Bei Dämmerung oder in der Nacht müssen die Augen trotzdem Schwerstarbeit leisten. Denn die Pupille ist bei Dämmerung oder Dunkelheit weiter geöffnet, das Auge reagiert deshalb empfindlicher auf Lichteinwirkung. Neue Scheinwerfertechnologien wie Xenon oder LED blenden zusätzlich stärker. Ein Fokus liegt deshalb bei den neuen Autofahrergläsern auf der Reduktion von Lichtreflexen im Blaulichtbereich, auf die das Auge im Dunkeln besonders empfindlich reagiert. Dieses oft als unangenehm empfundene und möglicherweise für die Netzhaut schädliche, kurzwellige Licht strahlt vor allem von modernen Leuchtmitteln wie beispielsweise Xenon-Scheinwerfern, aber auch Tablets, Smartphones oder Bildschirmen ab.

Kontraste und Blickwechsel

Für besseres Kontrastsehen und Blendschutz sind darüber hinaus minimal bräunlich getönte Gläser (rund 15 Prozent Tönung) erhältlich, die im Gegensatz zu üblichen, polarisierenden Gläsern mit 50 Prozent Tönung auch abends oder nachts zum Autofahren geeignet sind. Für Träger einer Gleitsichtbrille ist beim Autofahren ein erweiterter, scharf abgebildeter Randbereich von Vorteil. Dies wird bei Autofahrergläsern gezielt umgesetzt, um den Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht bzw. zwischen Armaturenbrett, Spiegel, Navigationsgerät und Straße zu erleichtern. Autofahrer sollten abgesehen von den Gläsern zudem möglichst auf eine schmale Fassung mit dünnen, hoch angesetzten Bügeln zurückgreifen, damit das seitliche Blickfeld nicht eingeschränkt wird.

Alltagstauglich

Für Autofahrer optimierte Gläser bedeuten nicht, dass jeder Fahrer eine Zweitbrille benötigt. Die neuen Gläsertechnologien sind vollkommen alltagstauglich. Einige eignen sich aufgrund der Blaulichtreflexion beispielsweise auch gut für die Bildschirmarbeit. Lediglich Berufsgruppen wie zum Beispiel Grafiker oder Designer sollten darauf achten, dass die Autofahrerbrille keinen Einfluss auf die Farbwahrnehmung nimmt. Normalerweise ist ein solcher Effekt aber minimal und subjektiv nicht bemerkbar. Gleitsichtbrillenträger können ebenfalls von allen Vorteilen der neuen Gläser profitieren, sollten aber besonders darauf achten, dass der Sehbereich auch außerhalb des Steuers optimiert ist.

Der Innungsaugenoptiker kann umfassend zum Thema beraten und findet das passende Brillenglas für die individuellen Ansprüche.

 

08.11.2018