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Screenshot des NDR-Beitrags "Wie gut sind günstige Lesebrillen?"
Die NDR-Sendung "Markt" hat's getestet: Lesehilfen sind nicht das Optimum.

„Wie gut sind günstige Lesebrillen?“

Es gibt Menschen, die besitzen ein Dutzend Lesehilfen, aber keine einzige vernünftige Lesebrille. Wo der Unterschied liegt? Der NDR hat vier Lesehilfen getestet, und das Ergebnis macht den Unterschied deutlich.

Eine Lesebrille ist eine individuell angepasste Brille vom Augenoptiker. Eine Lesehilfe dagegen ist ein Massenprodukt, das unter anderem in Drogerien oder an Tankstellen erworben werden kann.

Wer braucht eine Lesebrille?

Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Augenlinse nach, so dass sie nicht mehr ausreichend gewölbt werden kann (Akkommodation). Dadurch kann das Auge sich nicht mehr so gut auf die unterschiedlichen Sehentfernungen einstellen, insbesondere auf die Nähe. Diese Fehlsichtigkeit nennt sich Altersweitsichtigkeit. Fast jeder Mensch braucht also irgendwann eine Lesebrille, eine Lesehilfe, eine Gleitsichtbrille oder sonst eine optische Unterstützung, um wieder anstrengunsfrei lesen oder in der Nähe arbeiten zu können.

Nur als Ergänzung

Fertiglesehilfen haben zwei Vorteile: Erstens sind sie relativ günstig in der Anschaffung, und zweitens sind sie schnell und unkompliziert beispielsweise an der Tankstelle zu kaufen - dies allerdings zu Lasten der individuellen Sehstärke und der Sehqualität. Denn es gibt gravierendere Nachteile von Lesehilfen: Wenn die Sehstärke nicht optimal ist und die optischen Mittelpunkte nicht exakt vor den Augen liegen, kann es zu Kopfschmerzen kommen. Auch Qualität und Verarbeitung des Materials lassen meist zu Wünschen übrig. Lesehilfen haben zudem prinzipiell für beide Augen die gleiche Sehstärke, so dass Altersweitsichtige mit unterschiedlich fehlsichtigen Augen hiermit nicht optimal versorgt wären.

Lesehilfen sollten daher nur ergänzend zur individuellen Lesebrille genutzt werden. Eine angepasste Lesebrille vom Augenoptiker ist immer die bessere Wahl für den Dauergebrauch. Auch diese muss nicht „teuer“ sein, sprechen Sie Ihren Innungsaugenoptiker darauf an und nehmen Sie sich die Zeit, bei ihm einen Sehtest zu machen. Nur so kann er die individuellen Werte ermitteln und die optimale Korrektionsbrille für Sie anfertigen.

Hier geht es zum Testergebnis und zum Beitrag in der NDR-Mediathek. 

11.11.2015