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Für den (Schul-)Sport eignen sich Sportbrillen mit bruchfesten Kunststoffgläsern oder Kontaktlinsen. Foto © Fotolia.com/makieni

Wie die Profis: Sport mit Fehlsichtigkeit

Profi-Fußballer trotz Fehlsichtigkeit – kein Problem, doch nicht nur Berufssportler stellen gesteigerte Ansprüche an die Brille.

Ein professionell geschossener Fußball kann sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, auch bei anderen Sportarten ist das Verletzungsrisiko mit Brille erhöht. Umso wichtiger ist es, dass die Sportbrille einem Aufprall oder Schlag Stand hält, ohne zu splittern und den Träger gefährlich zu verletzen. Laut Reglement des Deutschen Fußballbundes (DFB) sind deshalb nur Sportbrillen mit speziellen, bruchsicheren Kunststoffgläsern auf dem Spielfeld erlaubt. Darüber hinaus muss eine Sportbrille gut und angenehm sitzen, sie darf auch bei schweißtreibenden Aktivitäten nicht rutschen und sollte nicht beschlagen. Die Fassung soll außerdem eine gute Sicht in alle Richtungen ermöglichen. Kontaktlinsen bieten immer eine gute Alternative, da sie optimale Rundumsicht und ein großes Blickfeld ermöglichen, ohne das Unfallrisiko zu erhöhen. Auch beschlagen sie nicht.

Die Sportbrille als Markenzeichen

Der ehemalige niederländische Nationalspieler Edgar Davids machte seine Sportbrille (oft mit orange getönten Gläsern) zum Markenzeichen, da er keine Kontaktlinsen vertrug. Auf letztere setzen zum Beispiel der ehemalige deutsche Nationalspieler Michael Ballack, der deutsche Nationalspieler Jérôme Boateng oder der brasilianische Fußballer Kaká. Außerhalb des Rasens trägt der kurzsichtige Boateng seine Brille(n) jedoch bewusst als modisches Statement und hat im vergangenen Jahr eine eigene Brillenkollektion entwickelt. Ballack verlor übrigens schon einmal eine Linse auf dem Spielfeld, nachdem ihm ein Gegner ins Auge gefasst hatte – das dürfte jedoch ein sehr seltener Einzelfall sein.

Schulsporttaugliche Kinderbrillen

Kinder sollten für den Schul- und Vereinssport ebenfalls mit einer geeigneten Sehhilfe ausgestattet sein. Mit Kontaktlinsen oder einer bruchsicheren Schulsportbrille wird nicht nur das Verletzungsrisiko deutlich gemindert, wer beim Sport gut sieht, verfügt auch über bessere motorische Fähigkeiten. Die Zahlen der Fakultät für Sportwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sind jedoch alarmierend: Demnach sieht jedes vierte Kind im Sportunterricht schlecht, weil es keine geeignete Sportbrille trägt. Der Schulsportbrillentest, den die RUB 2017 zum vierten Mal durchgeführt hat, zeigt, dass die Qualität von geeigneten Brillen für den Schulsport immer besser wird.


Mit folgenden Tipps findet sich eine schulsporttaugliche Kinderbrille:
1.    Die Modelle sollten mit der Plakette „schulsporttauglich“ bzw. „schulsporttauglich plus Augenschutz“ ausgezeichnet sein. Achtung: Einige Modelle sind nur mit befestigtem Kopfband schulsporttauglich.
2.    Die Brille muss fachgerecht vom Augenoptiker mit bruchfesten Korrektionsgläsern aus Kunststoff ausgestattet werden.
3.    Einige Augenoptiker sind auf Sportoptik spezialisiert. Sie haben sportbezogene Fachkenntnisse und können individuell zu bestimmten Sportarten oder zum Schulsport beraten. Vor allem beim Sport spielt das optimale beidäugig räumliche Sehen (Stereopsis) eine wichtige Rolle.
4.    Die Brille muss in erster Linie sicher sein, sie muss dem Kind aber auch gefallen, damit sie getragen wird. Kontaktlinsen bieten eine gute Alternative bei hohen Fehlsichtigkeiten, Risikosportarten oder wenn das Kind beim Sport generell keine Brille tragen möchte. Auch in diesem Fall ist der Augenoptiker der richtige Ansprechpartner.


 

30.10.2017