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Intensive Bildschirmarbeit kann zu trockenen Augen führen. Foto © ZVA/Skamper

Was tun bei trockenen Augen?

Wenn die Augen brennen, jucken, sich müde anfühlen oder sogar tränen kann ein Trockenes Auge (Sicca-Syndrom) dahinterstecken. Regelmäßige, lange Bildschirmarbeit ist eine häufige, aber nicht die einzige Ursache für einen gestörten Tränenfilm. Oft können Augentropfen die Symptome deutlich lindern.

Sehr viele Menschen kennen die Symptome des Trockenen Auges nur allzu gut: Die Augen brennen, jucken oder tränen ständig, es tritt ein Fremdkörpergefühl auf, als hätte man Sand im Auge, die Augen fühlen sich müde und schwer an oder es macht sich ein Druckgefühl bemerkbar. In schweren Fällen kann sich ein Trockenes Auge auch durch Beschwerden wie Verkrustungen an den Wimpern, gerötete oder geschwollene Lidränder bemerkbar machen. Durch die Störung des Tränenfilms können außerdem Sehprobleme auftreten wie verschwommenes Sehen oder verstärkte Blendempfindlichkeit.

Auslöser für das Trockene Auge

Intensive Bildschirmarbeit kann zum Trockenen Auge führen, weshalb die Symptome besonders Büroarbeitern bekannt sind. Die Symptome können sich verschlechtern, wenn am Arbeitsplatz nicht die passende Sehhilfe getragen wird. Mit der zunehmenden Nutzung von digitalen Geräten nimmt das Trockene Auge aber auch in anderen Berufsgruppen und in der Freizeit zu. Darüber hinaus können Rauch, Wind oder der Aufenthalt in klimatisierten Räumen die oben beschriebenen Symptome verursachen. Trockene Augen treten zudem bei (langjährigen) Kontaktlinsenträgern auf, mit zunehmendem Alter, bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes sowie bei der Einnahme bestimmter Medikamente oder der Anti-Baby-Pille.

Störung des Tränenfilms

Der Tränenfilm besteht aus einer schleimigen Muzinschicht, einer wässrigen Schicht und einer Ölschicht. Er glättet die Augenoberfläche und sorgt so für klare Sicht. Zusätzlich schützt er die Hornhaut vor Infektionen und versorgt sie mit Nährstoffen. Beim Trockenen Auge ist der Tränenfilm jedoch gestört, wodurch die Hornhaut anfälliger für eindringende Keime oder eine Mangelversorgung wird. Das Trockene Auge kann zwei Ursachen haben:
1.Der Tränenfilm wird zwar normal gebildet, verdunstet aber, weil die oberste Ölschicht instabil ist. Bei einem sehr trockenen Auge tritt bei dieser Ursache deshalb paradoxerweise eine vermehrte Tränenbildung auf.
2.Vor allem bei bestimmten Erkrankungen oder im Alter wird nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit produziert, was ebenfalls zum Trockenen Auge führt.

Maßnahmen gegen das Trockene Auge

Die Symptome können bis zu einem gewissen Grad mit frei verkäuflichen „künstlichen Tränen“ behandelt werden. Es gibt Augentropfen oder -sprays, die das Auge befeuchten und/oder den Aufbau der Ölschicht unterstützen. Sie sollten konservierungsmittelfrei sein und können nach Bedarf – meist auch zusammen mit Kontaktlinsen – verwendet werden. Grundsätzlich sollten die Ursachen für das Trockene Auge geklärt und Auslöser gemieden oder zumindest reduziert werden. Zum Ausschluss von Folgeschäden durch das Trockene Auge und zum Ausschluss von Augenerkrankungen, die unter Umständen ähnliche Symptome wie das Trockene Auge verursachen können, ist bei den oben beschriebenen Beschwerden zunächst ein Besuch beim Augenarzt ratsam.

Der Augenoptiker kann zum Trockenen Auge beraten und beispielsweise spezielle, für die Bildschirmarbeit optimierte Brillengläser empfehlen, die auch in der Freizeit entlastend auf die Augen wirken. Auch für Kontaktlinsenträger ist der Augenoptiker der richtige Ansprechpartner. Speziell für die Bedürfnisse des Trockenen Auges kann er die optimale Linse und die dazu passende Pflege sowie Augentropfen empfehlen oder nach einer Alternative suchen, falls das bisherige Kontaktlinsenmodell nicht mehr gut vertragen wird.
 

02.05.2017